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Bericht zur Aufzucht und Fütterung von L 46 Nachzuchten

 

 

Da es immer wieder Probleme und Fragen zur richtigen Aufzucht und Fütterung der Zebraharnischwels- Nachzuchten gibt, hier einige Infos zu diesem Thema.

Es gibt 3 Punkte, die sich als besonders wichtig herausgestellt haben.

1. Die Laichhöhle und das Problem die Jungen herauszubekommen, bevor sie verhungern.

2. Das Aufzuchtbecken

3. Die richtige Fütterung

 

Laichhöhle

Oft stellt sich das Problem, daß das Männchen die Jungen erst viel zu spät aus der Höhle läßt und sie dann bereits halb verhungert sind bzw. daran auch dann sterben.

Dieses Problem liegt daran, daß das Männchen seinem Beschützerinstinkt folgt und die Jungen so lange wie möglich in der Höhle hält. In der freien Natur laichen die Hypancistrus zebra zwischen Spalten oder Steinen, die nicht so komplett abgeschlossen sind wie eine Laichhöhle, die wir im Normalfall verwenden. In der Natur fallen daher den kleinen Zebras immer wieder Futtertiere vors Maul von denen sie sich in den ersten Wochen ernähren können. Das ist in einer Tonröhre, die (meistens) nur einen offenen Eingang hat, nicht gut möglich. Durch das ständige Fächeln des Männchens wird auch alles schnell wieder rausgespült, was man mühsam versucht reinzubekommen.

Man kann versuchen die Höhle vorne etwas anzuheben, damit das Futter sich bei den Jungen im hinteren Bereich absetzt. Wirklich funktioniert das aber nicht, da das Männchen dann umso mehr fächelt.

Ich empfehle Laichröhren, die auf beiden Seiten offen sind und eine dieser Seiten sollte man mit Etwas verschließen. Ich verwende dazu Kork, den ich mir passend zu jeder Höhle zuschneide.

Wenn die Jungen den Dottersack aufgebraucht haben, öffne ich die Höhle (die bereits im Einhängebecken ist) und entlasse die Jungen vorsichtig ins Aufzuchtbecken. Das Männchen setze ich mit seiner Höhle dann wieder in das Zuchtaquarium zurück.

 

Aufzuchtbecken

Der ideale Ort kleine Hypancistrus zebra aufzuziehen, ist sicher ein Einhängebecken im Zuchtbecken. Dieses sollte über einen Luftheber oder einer kleinen Pumpe immer mit Frischwasser durchspült werden.

Mehrere Vorteile ergeben sich daraus.

Man erspart den Jungen einen Wasserwechsel, der meistens zum Tod der kleinen Welse führt.

Die Wasserwerte sind besser unter Kontrolle zu halten, da das größere Wasservolumen und Filterung des Zuchtbeckens als Puffer funktioniert.

In einem kleinen, gut eingerichteten Einhängebecken, kann man viel besser und direkter füttern als im Zuchtbecken selbst. Von einem Gesellschaftsbecken ganz zu schweigen.

Auch sollte entweder das Aufzuchtbecken jeden Tag mit einem Pinsel gereinigt werden, oder man verwendet eine 5mm dicke Untergrundschicht aus geeignetem Sand oder feinem Kies, da sich auf der Bodenplatte eine Schleimschicht bildet, die stark bakterienhaltig ist und das kann den Gesundheitszustand der Jungen beeinträchtigen.

 

Fütterung

Nachdem der Dottersack aufgebraucht ist, benötigen die L46 Babys hochwertige Nahrung. Ich empfehle 2-3 mal täglich eine kleine Menge Brei anzumischen, die aus folgenden Zutaten besteht.

25% entkapselte Artemiaeier

25% Spirulinapulver (am besten 100% iges)

50% Feinstflocken oder Feinstgranulat (kann natürlich auch jedes andere geeignete Futter sein, welches man sich dann zerkleinert).

Mit diesem Futtermix kann man die ersten Wochen gut und gezielt füttern, wobei man auch Abwechslung in den Speiseplan bringen kann, indem man verschiedene Feinstflocken oder Feinstgranulate verwenden kann.

Nachdem die Jungen auf etwa 2 cm gewachsen sind, ersetze ich die entkapselten Artemiaeier gegen Artemiastaub von gefriergetrockneten Artemia und reduziere den Spirulinaanteil ein wenig.

35% Artemiastaub, 15% Spirulinapulver, 50% Feinfutter

Ab 3cm kann man dann den Artemiastaub gegen zerdrückte FD Artemia ersetzten und das Feinfutter gegen etwas größeres Futter ersetzen. Das Spirulinapulver kann man weiter reduzieren, sofern man sieht, daß es nicht gefressen wird. Abwechslung und testen, was die jungen L 46 am liebsten fressen, ist natürlich sehr wichtig.

Da sich die kleinen L46 natürlich gerne verstecken und das Futter nichts bringt, wenn es im Aquarium unberührt herumliegt, hier noch ein Tipp.

Am besten ist es, wenn man sich aus einem alten Tontopf (ist ein Beispiel, kann natürlich auch etwas anderes Geeignetes sein, wie auf den Fotos) eine ca. 10x10cm große Scherbe herausbricht, die Kanten sorgfältig abschleift und diese als Gesellschaftshöhle für die Jungen verwendet.

 

Unter dieser Höhle halten sich die L46 Babys gerne auf, wo sie sich geschützt fühlen. Wenn man diese Höhle nun herausnimmt, den Futterbrei auf die Innenseite der Höhle streicht und dann wieder versenkt, haben die Jungen das Futter direkt dort, wo sie sich tagsüber aufhalten und können fressen ohne ins Freie zu müssen.

Somit vermeidet man, daß die Jungen verhungern und sie wachsen dadurch auch etwas schneller.

Achtung!!! Unter 4cm sollten keine roten Mückenlarven gefüttert werden, da die Jungfische an Verstopfung versterben können oder wie wild im Becken herumflitzen, weil sie die zu langen Larven nicht runterschlucken können und daran dann ersticken. Falls das passiert, sollte man schnellstens dem kleinen L46 mit einer Pinzette versuchen die Mückenlarve herauszuziehen.

 

Kontakt | © ab 2004 Ruhs Ralf www.L46.at