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Juni/Juli 2005

Zuchtbericht L134 dem Tapajos Tiger Peckoltia

 

Vorgeschichte

Ich pflege jetzt bereits seit 6 oder 7 Jahren immer ein L134 Pärchen.

Leider hat das Weibchen 3 Böcke in dieser Zeit ohne Nachzucht überlebt.

Da das 1. Männchen schon nach ca. einem Jahr verstorben ist, habe ich immer wieder eines hinzugekauft und spaßhalber habe ich dieses Weibchen als Killerbraut bezeichnet, da Sie alle Männchen überlebte.

Dieses Weibchen war die letzten Jahre immer besonders dick. Sie hatte einen Bauchdurchmesser von gut 2,5 cm bei ca. 8-9 cm Körperlänge.

Der Laichansatz war sehr deutlich zu sehen und ich habe schon vermutet, dass eventuell eine Laichverhärtung vorhanden sein könnte.

Im April 2005 habe ich 6 mittelgroße L134 Wildfänge mit 5-6cm zu meiner Killerbraut gegeben wo sich nach kurzer Zeit eines der Tiere als Männchen entpuppte.

Wasserwerte und Beckeneinrichtung

PH~ 7-7,5 - GH~ 8 - KH~ 5

180 Liter Becken mit Lavafilterung, schwarzer Bodengrund, Laichhöhlen, Wurzelholz und als Beifische eine Zuchtgruppe LDA31 - Panaqolus albomaculatus.

Einige Erlenzäpfchen, die aber sicher nicht der Rede wert sind, da diese zum Zeitpunkt der Zucht sicher schon einige Wochen und Wasserwechsel hinter sich hatten und keine Stoffe mehr abgegeben haben. Auch das Holz war schon viele Monate im Becken.

Zucht

Gegen aller Berichte die ich über die Zucht der L134 gelesen habe, kann ich nicht bestätigen, dass die Tapajos Tiger saures Wasser zur Zucht benötigen. Wie schon bei den Wasserwerten erwähnt, ist auch mein L134 Zuchtbecken um den neutralen PH Wert und es waren nur einige ältere, ausgelaugte Erlenzäpfchen im Becken.

Die Einzige, aber anscheinend entscheidende Änderung war bei mir die Temperatur.

Meine Zuchtanlage läuft über Raumtemperatur wobei der Raum ca. 31°C und das Wasser zw. 29,5 und 30,5 je nach Lage der Becken hat.

Vor etwa 4 Wochen hatte ich beschlossen die Temperatur mal etwas runterzuschrauben, um den Tieren auch mal eine kühlere Phase und Erholung zu ermöglichen.

Mit einem Wasserwechsel, der normalerweise einen Temperatursturz von ca. 4°C beinhaltet, stellte ich die Raumtemperatur auf 26°C. Die Wassertemperatur pendelte sich bei 25- 25,5°C ein.

Nach etwa 3 Woche stellte ich fest, daß mein L134 Männchen in einer Höhle fest am fächeln ist.

Ich staunte nicht schlecht, als ich dann einen besonders großen Eiballen entdeckte.

Zum Schutz für den doch recht kleinen L134 Papa, stellte ich ein umgedrehtes, halbfertiges Einhängebecken um die Höhle, damit kein anderer Aquarienmitbewohner das Brutpflegezeremoniell stören kann. Dieses Einhängebecken hat ein Öffnung, dadurch war eine Durchflutung mit Frischwasser gewährleistet.

Hier das Zuchtbecken mit dem umgedrehten Einhängebecken als Schutz und dem Guppytank für die 8 „Frühchen“.

 

Entwicklung der herausgefallenen Jungen

Der Schock war groß, als ich am 6. oder 7. Tag, sechs frisch aus der Eihülle geschlüpfte Junge und 2 voll entwickelte Eier vor der Höhle entdeckte. Ohne dem Einhängebecken als Schutz, wären Sie sicher in kürzester Zeit gefressen worden.

Sofort habe ich diese 8 Winzlinge in ein Aufzuchtbecken mit etwas Kies gegeben, um einen eventuellen Kontakt mit einer Bakterienschicht zu vermeiden und um einer Verpilzung der noch fast bewegungslosen Larven zu verhindern.

Nach einigen Stunden sah ich, daß sich die 2 noch in den Eihüllen befindlichen L134 versuchten zu befreien. Ich habe die Eier so lange vorsichtigst mit einem Finger bewegt, bis sich die Eihüllen von den Jungen lösten. Mein Gedanke war, das Maul des Vaters damit zu simulieren und es ist mir ohne eines der Jungen zu verletzen geglückt.

Der Grund warum das Männchen diese 8 Jungen aus der nur 9cm langen und ca. 1,5cm dicken Höhle geworfen hat, begründet sich zu einem damit, dass es seine erste Brutpflege war und, was aber eher der Fall gewesen sein wird damit, dass es 25!!!! Junge im Endeffekt waren. Darauf komme ich in diesem Bericht später noch zu sprechen da ich maximal mit 15 gerechnet hatte.

Hier die Entwicklung der Jungen in den ersten 10 Tagen.

Die Bilder können zum Vergrössern angeklickt werden und öffnen in einem 2. Fenster!

 

Tag 1

In der Mitte eines der Jungen, die ich aus der Eihülle befreit habe.

 

Tag 2

Die Jungen zeigen noch keine Reaktion, ausser man leuchtet sie an

 

Tag 3

Noch keine besonderen Aktivitäten festzustellen, ausser man bewegt den Guppytank

 

Tag 4

Die Jungen zeigen etwas Zeichnung und reagieren auf Licht und Bewegungen,

saugen sich an der Scheibe an und suchen gezielt den Schutz der Tonröhre.

 

Tag 5

Wieder etwas mehr Kontrast in der Zeichnung, aktives Aufsuchen der Röhre wenn man diese bewegt.

 

Tag 7

Die Jungen entwickeln sich prächtig, der Dottersack wird sichtbar weniger und man kann einige Details an den Jungen erkennen.

 

Tag 9

Der Dottersack ist fast aufgebraucht, ansonsten wenig Veränderungen, etwas mehr Zeichnung.

 

Tag 10

Ich habe alle Jungen um Verluste zu vermeiden in das Aufzuchtbecken überführt und etwas Aufzuchtfutter hinzugegeben.

 

Die riesen Überaschung

Da ich an den 8 Jungen im Aufzuchtbecken bemerkte, dass der Dottersack fast aufgebraucht war, habe ich beschlossen auch die Jungen in der Bruthöhle vom Vater zu trennen.

Was soll ich sagen...... Überaschung pur

Als ich den Kork löste, vielen mehr als doppelt so viele kleine L134 in das Aufzuchtbecken als erwartet.

Ich hatte die letzten Tage täglich die Bruthöhle kontrolliert, mehr als 3 oder 4 Junge konnte ich aber nie entdecken da diese Höhle sehr klein war und das Männchen sie komplett abdeckte.

Nach einer Zählung waren es also 25 Junge und alle gesund und munter.

 

Tag 14

Die Jungen entwickeln sich ausgezeichnet, fressen und bis jetzt keinen Ausfall.

 

Tag 21

Gute Entwicklung der Jungen, sie fressen ohne Probleme, keine Ausfälle.

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1 Monat

Die Jungen sind (mit Schwanz) jetzt zwischen 2,5 und knapp 3cm groß, keine Ausfälle und fressen ohne Probleme.

Die Futtermischung *ZFFD Baby Cat* hat sich auch bei L134 als besonders gut erwiesen.

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Geschlechtsunterschied bei L134

Das Geschlecht ist bei L134 sehr einfach zu erkennen.

Schon ab ca. 6-7 cm zeigen Männchen deutliche Odontoden am Schwanzstil, in der Laichzeit eventuell etwas stärker.

Weibchen hingegen zeigen keine oder sehr wenig Bezahnung der seitlichen Körperpartie.

Foto L134 Männchen

Foto L134 Weibchen

 

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